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等待白烟

2025-05-13 德国阿登纳基金会 风与林
报告封面

Mai2025 Auslandsbüro Italien, Malta, Heiliger Stuhl Warten auf den Weißen Rauch Michael Feth,Nino Galetti Die Objektive der internationalen Medien richten sich ab Mittwoch auf den wohl berühmtestenSchornstein der Welt. Wer wirdnach dem „Habemus Papam“ auf die Mittel-Loggia des Petersdomestreten und den ersten Segen „Urbi et Orbi“ erteilen? Wer irgendwelche Zweifel hegt, ob KatholischeKirche und Papsttum auch im Jahre 2025 noch eine universelle Relevanz haben, der mag sich in diesenTagen den unvorstellbaren Medienrummel in der Ewigen Stadt betrachten. Für die wahlberechtigtenKardinäle gilt es indes, Programmatik und Person zusammenzuführen. Dabei verläuft vieles anders,als man es sich gemeinhin vorstellt. In der vorliegendenAnalyse werden die Schlüsselthemendeskünftigen Pontifikats dargelegt und überlegt, welche Persönlichkeiten dafür stehen könnten. Kandidaturenbefördernoderverhindernwollen. Bei denen handelt es sich oftmalsuminternationaleinflussreicheLaienverbände wie die Fokolar-Bewegung,die Gemeinschaft von Sant’Egidio oder denNeokatechumenalenWeg. Dann Orden undgeistlicheGemeinschaften,wieetwaJesuiten und Salesianer. Aber auch lockereZusammenschlüsse aus Laien, Fachmedienund Klerikern, die sich einem bestimmtenThema verpflichtet fühlen; wie zum BeispielderVerteidigungdesvorkonziliarenMessritusaufSeitenderKonservativen,oder der Öffnung des Pflicht-Zölibates fürverheirateteMänner(„viriprobati“)aufSeitenderReformer.ManchmalsindesauchStaatenmithandfestenpolitischenInteressen,dieimHintergrundgenehmeKandidaten befördern wollen, von denen siesich Wohlwollenoder die Verstärkung ihrereigenenSoft-Powererhoffen.AlldieseEinflussversuchewerdenheutzutagemituntermedialangeheiztundvonprofessionellen Lobby-Methoden flankiert. Zwei Tage lang blieben die Meldungen, die ininternationalenAgenturenundaufkatholischen Websites die Runde machten,ohne Dementi stehen. Erst als die medialeGerüchteküche überzukochen drohte, griffVatikan-SprecherMatteoBruniein:Nein,Pietro Parolin, Kardinalstaatssekretär unterdem verstorbenen Papst Franziskus, habekeinen Kreislaufkollaps erlitten; er sei auchnicht ohnmächtig geworden. Auch habe dasbereitstehendemedizinischePersonalkeinen Einsatz vermeldet.Doch ob es sichnun um Fake News handelt oder nicht: DieNachricht war in derWelt und vermittelt,dass der bisherige „Papabile Nummer Eins“unter gesundheitlichen Problemen leidet. Bei der fragwürdigen Nachricht handelt essichumeinebeliebteMethode,einenaussichtsreichen Kandidaten zu verhindern.Der Vorgang zeigt: Vor einer Papstwahl kannes ähnlich zugehen wie in der Politik.Dawerden die Medien angefüttert, Gerüchteverbreitet,AussagenüberdieBandegespielt,BatailloneinStellunggebracht,Personenpositioniert,Informationendurchgestochen,Intrigengesponnen.Umklarzustellen:MitnichtenimmerausdemKreis der Purpurträger. Gesucht: Kandidat mit Integrationskraft AuchwennesdieKardinälebeijedemInterviewimVorfeldpflichtschuldigdementieren: Selbstverständlich gibt es inihrem Kollegium Fraktionen: von moderatenKonservativenundLiberalenbishinzu Hauptsächlich sind es die innerkirchlichenLobbygruppen,diebestimmte Hand. Letzteres gilt für die Papstwahl 2025.Schon das globale Umfeld macht deutlich,wasaufdasneueOberhauptderKatholischenKirchepolitischunddiplomatischzukommt.EineWeltvollerKrisen, Konflikte und Kriege, bei der mannicht mehr weiß, welche Lunten man zuerstaustreten soll. Eine Welt, in der statt der„Stärke des Rechts“ wieder das „Recht desStärkeren“ zu gelten scheint, in der Frieden,FreiheitundMenschenrechteglobalsobedrohtsindwieseitEndedesZweitenWeltkrieges nicht mehr. echtenTraditionalistenundradikalenReformern.„LagerdenkenistauchdemKardinalskollegiumnichtfremd“,urteiltefreimütigderdeutscheKurienkardinalGerhard Ludwig Müller. Dazu kommen alldie Unterschiede aus den verschiedenstenkulturellen,mentalenundsozialenAusprägungen einer Weltkirche mit ihren 1,4Milliarden Katholiken aus sämtlichen Teilendes Erdkreises. Man fragt sich unwillkürlich: Wie soll dasalles zusammengehen? Wie soll man eineninhaltlichen Konsens finden? Und schon gareinen Pontifex, der diese bereichernde, aberzugleichhochkomplexeVielfaltzusammenhalten kann? Doch genau darumgeht ab diesem Mittwoch, wenn sich dieTorederSixtinischenKapellenachderberühmtenFormel„ExtraOmnes“(Allehinaus)hinterdenKardinälenschließen.Wem wollen sie diese Mammut-Aufgabe aufdieSchulternlegen?Oderbesser:Wemwollen sie das antun? DazudiedramatischenFolgendesKlimawandels,Massen-Migration,Flucht,sozialeVerelendung.DazukommtinmanchenWeltregioneneinreligiösundpolitischaufgeladenerHass,derausgerechnet die Christen zur inzwischenmeistverfolgtenReligionsgruppeweltweitmacht.DiesausgerechnetvordemHintergrund einer durch die neue Welle derSäkularisierungoftmalsindifferentenwestlichenGesellschaft,diebeidiesemThemaallzu häufiglieber wegschaut. Dazukommen die Expansionsgelüste Moskaus,Pekings und neuerdings Washingtons. DiekleineSakristeigleichnebenMichelangelos Jüngstem Gericht wird nichtumsonstals„KammerderTränen“bezeichnet.Hier