Politik, Beruf, Alltag,Freizeit, Kaffee Die Rolle von Politik im Leben. Eine Typologieauf Basis einer repräsentativen und einerqualitativen Umfrage Jochen Roose Politik, Beruf, Alltag,Freizeit, Kaffee Die Rolle von Politik im Leben. Eine Typologieauf Basis einer repräsentativen und einerqualitativen Umfrage Jochen Roose Impressum Herausgeberin: Konrad-Adenauer-Stiftung e. V., 2025, Berlin Diese Veröffentlichung der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V. dient ausschließlich der Infor-mation. Sie darf weder von Parteien noch von Wahlwerbenden oder -helfenden zumZwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für Bundestags-, Landtags- undKommunalwahlen sowie für Wahlen zum Europäischen Parlament. Umschlagfoto: © Timon Studler/unsplashGestaltung: yellow too, Pasiek Horntrich GbRSatz: Janine Höhle, Konrad-Adenauer-Stiftung e. V.Lektorat: Manuela Klein M.A., Konrad-Adenauer-Stiftung e. V. Die Printausgabe wurde bei der Druckerei Kern GmbH, Bexbach, klimaneutral produziertund auf FSC-zertifiziertem Papier gedruckt. Printed in Germany. Hergestellt mit finanzieller Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland. Der Text dieses Werkes ist lizenziert unter den Bedingungen von „Creative CommonsNamensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international”, CC BY-SA 4.0(abrufbar unter:https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode.de). Auf einen Blick Wahlentscheidungen und politische Einstellungen entstehen aus ganz unterschied-lichen Lebenssituationen heraus. Lebensstilgruppen sind eine Möglichkeit, systematischzu untersuchen, wie politische Einstellungen in das Leben der Menschen eingebettetsind. Sie geben einen Eindruck, wie Menschen leben, welche Rolle Politik in ihrem Lebenspielt und wie sie zu ihrer Wahlentscheidung kommen. Für die Vermittlung von Politiksind dies entscheidende Fragen. Die Studie unterscheidet neun Lebensstilgruppen (nach Otte 2019): Dieholprigen Lebenskünstlerinnen und -künstler(4 Prozent der wahlberechtigtenBevölkerung) sind vergleichsweise jung, haben wenig Geld und sind offen für vieles.Ihr Lebensweg nimmt manche Wendung, hat manchen Bruch: eine abgebrocheneAusbildung, ein Kind ohne Partner, der eine oder andere Arbeitsplatzverlust. Sie inte-ressieren sich nicht für Politik und die Grünen erhalten etwas überdurchschnittlicheZustimmung. Dieanspruchslosen Heimatverbundenen(8 Prozent) sind knapp bei Kasse und gernzu Hause. Sie mögen es weniger aufregend und Veränderungen müssen nicht sein.Genug reicht ihnen. Sie sind meist unter 50 Jahre alt und entsprechend berufstätig.Ihren Arbeitsplatz wechseln sie nur, wenn es gar nicht anders geht. Politik interessiertsie nicht und sie wählen am ehesten CDU/CSU und SPD. Diehandfesten Genügsamen(10 Prozent) haben es gern solide, während sie größereVeränderungen vermeiden. Das Geld erlaubt keine größeren Sprünge, aber man arran-giert sich damit. Ihre Schullaufbahn war meist nach zehn Klassen beendet und sie sindin der Mehrheit über 50 Jahre alt. Politik interessiert sie kaum, aber Fernsehnachrichtengehören zum festen Tagesablauf. Die CDU/CSU erhält bei ihnen überdurchschnittlichZuspruch, dasselbe gilt auf niedrigerem Niveau für die AfD. Diejungen Offenen(7 Prozent) gestalten ihren Lebensweg und wollen dabei etwaserleben. Nach einem Bildungsabschluss, oft an einer Hochschule, stehen sie am Anfangihres Berufsweges. Nicht selten haben sie Kinder im Haus, die den Lebensalltag wesent-lich bestimmen. Politik interessiert sie sehr und sie haben klare Vorstellungen mit einerdeutlich überdurchschnittlichen Vorliebe für Grüne und Linke. Dievorsichtigen Bodenständigen(18 Prozent) sind abwägend und zurückhaltend,aber zufrieden. Sie richten ihr Leben nach dem aus, was nötig ist, und nehmen es, wiees kommt. Sie haben oft eine Lehre gemacht und großer beruflicher Ehrgeiz ist ihreSache nicht. Politische Information nehmen sie wahr, wenn ihnen etwas begegnet.Bei der Parteibewertung sind sie zurückhaltend und verteilen sich bei der Wahlent-scheidung, wie alle Wahlberechtigten in der Befragung, vor allem auf CDU/CSU, SPDund Grüne. Diesoliden Zufriedenen(13 Prozent) lassen die Modewellen vorbeiziehen und arran-gieren sich mit dem, was da ist. Ein großer Teil von ihnen hat die Rente erreicht oderzumindest in Sichtweite. Familie ist oft der Lebensmittelpunkt, die Unterstützung derKinder beim Hausbau oder bei der Betreuung des Nachwuchses. Regionalzeitung undTagesschaudienen der Information bei mäßigem Interesse. Die Wahl fällt etwas über-durchschnittlich auf CDU/CSU und SPD. Dieehrgeizigen Aktiven(11 Prozent) leben in Großstädten, sind selbstbewusst undanspruchsvoll. Sie verdienen nach einem Hochschulabschluss gut oder sehr gut undwollen viel erleben. Politisch sind sie hoch interessiert und breit informiert. Sie stehenbesonders den Grünen nahe. Dieaufmerksamen Wohlhabenden(17 Prozent) müssen sich keine großen Sorgenmachen, weder finanziell noch in anderen Richtungen. Sie schätzen die Annehmlich-keiten des Lebens und interessieren sich für vi