Guatemala unter Präsident Arévalo zeigt nach einerinhalben Jahren im Amt eine deutliche Verschlechterung derSituation im Vergleich zu Beginn seiner Amtszeit. DieJustiz hat sich nach dem Regierungswechsel verselbständigt und arbeitet offen gegen die Regierung, während die Partei SEMILLA, die Arévalo unterstützt, in zwei Flügel zerstritten ist. Die Regierung Arévalo wird als wenig führungsfähig wahrgenommen, mit einem massiven Kommunikationsdefizit und begrenzter Konfliktfähigkeit. Die indigenen Bevölkerungsgruppen sind enttäuscht, da keine ernsthaften Bemühungen zur Einleitung eines Dialogs unternommen wurden. Die tief verwurzelte Korruption bleibt eine der zentralen Herausforderungen, und die CICIG hat die Gesellschaft polarisiert. Der Nationaldialog ist gescheitert, da keine Einigung über die Teilnehmenden und die Initiative erzielt wurde. Die Regierung wird in der öffentlichen Wahrnehmung überwiegend negativ bewertet, wobei 18-20% der Bevölkerung das Land für auf dem richtigen Weg halten, während 30-58% glauben, es könnte schlimmer werden. Die Stärken der Regierung liegen in der Außenpolitik und sozialen Maßnahmen, aber die Diagnose von Schwächen ist ernst: fehlende politische und verwaltungserfahrene Kräfte, ineffektive Politikimplementierung, schlechtes Krisenmanagement und fehlende politische Führung. Arévalo wird als abwesend oder schwach wahrgenommen, und die Regierung fehlt an einer kohärenten Vision für das Land. Die Bewertung seiner Amtsführung ist negativ, mit 35-29% als „schlecht“ und 20-23% als „äußerst schlecht“. Die zukünftigen Herausforderungen umfassen den anhaltenden Machtkampf zwischen Teilen der Justiz und der Regierung, die Neubesetzungen wichtiger Institutionen im Jahr 2026, die Migrationsproblematik und die wirtschaftliche Abhängigkeit von Remesas. Die/macroeconomische Stabilität und die Abwesenheit von politischem Druck von unten verhindern bisher strukturelle Veränderungen. Die Regierung hat wenig Zeit, um eine Entwicklung in Richtung radikal-populistischer Führer zu verhindern, wie sie in El Salvador und den USA zu beobachten ist.